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Technische Analyse

Kühlen 45 Watt 1.300 sq ft? Wir haben nachgerechnet

Die Angebotsseite eines Persönlichkühlers, die wir im Juli archiviert haben, sagte, ihre 45 Watt könnten Flächen „bis zu 1.300 sq ft“ kühlen. Das ist eine überprüfbare Aussage, also haben wir sie überprüft — öffentlich, mit offener Rechnung. Vorweg: als Raumkühlung scheitert die Zahl, als etwas Bescheideneres und trotzdem Nützliches hält sie.

Die Aussage, fair wiedergegeben

45 W Aufnahme, Verdunstungstechnik (Wasser- und Eisbehälter, kein Schlauch), Abdeckung „bis zu 1.300 sq ft / 1.000 sq ft“ — je nachdem, welchen Abschnitt der Seite man liest. Das Gerät hinter dieser Aussage ist inzwischen aus dem Verkauf genommen; diese Seite behält die Rechnung, weil dieselbe Flächenangabe in der ganzen Kategorie gemacht wird.

Schritt 1 — wie viel Wärme 1.300 sq ft aufnehmen

Übliche Auslegungsregeln setzen für eine offene Fläche von 1.300 sq ft rund 24.000 bis 30.000 BTU/h an Kühlbedarf an — also etwa 7 bis 9 kW Wärmeabfuhr, sobald Deckenhöhe, Personen und normale Sonneneinstrahlung mitzählen. Nachrechnen können Sie das im BTU-Rechner. Kompressoranlagen, die das leisten, ziehen mehrere Kilowatt Strom.

Schritt 2 — das Beste, was 45 W Verdunstung leisten können

Die Währung der Verdunstungskühlung ist Wasser: jedes verdunstete Gramm nimmt rund 2.260 Joule auf. Die realistische Verdunstungsrate eines kleinen Geräts — begrenzt durch Luftmenge und Mattenfläche — ergibt unter idealen trockenen Bedingungen in der Größenordnung einiger hundert Watt Wärmeaufnahme. Das ist tatsächlich mehr Kühlung als die elektrische Aufnahme, und genau das ist der Zaubertrick der Verdunstung — aber es sind trotzdem nur 1 bis 3 % der Last aus Schritt 1. Und diese Kühlung kommt als ein gerichteter, feuchter Luftstrom an, nicht als verteilte Raumkonditionierung.

Schritt 3 — was „Abdeckung“ ehrlich heißen kann

Luftbewegung ist in einem offenen Raum auch aus einiger Entfernung spürbar, und der Kühleffekt auf der Haut ist echter Komfort. Wohlwollend gelesen beschreibt „1.300 sq ft“ also, wohin der Luftzug reicht, nicht was gekühlt wird. Als Klimatisierung gelesen, liegt die Angabe um rund zwei Größenordnungen daneben.

Fazit

Aussage: als Raumkühlung gescheitert; als Reichweite des Luftzugs plausibel. Das Gerät dahinter ist inzwischen aus dem Verkauf, aber die Form der Aussage hat es überlebt: jeder Kühler dieser Kategorie läuft mit einigen zehn Watt und beschreibt eine Fläche in Hunderten oder Tausenden Quadratfuß. Als Persönlichkühler beurteilt — kühl empfundene Austrittsluft über Wasser und Eis, Betriebskosten, an die kein Kompressor herankommt — ist die Klasse wirklich nützlich. Als Klimaanlage beurteilt, passiert jedes Mal die Rechnung von oben.

FAQ

Ist die Angabe von 1.300 sq ft gelogen?

Am ehesten ist sie zu lesen als „die Luft dieses Geräts ist in einem großen offenen Raum spürbar“ — nicht als „dieses Gerät klimatisiert 1.300 sq ft“. Als Raumkühlungsaussage scheitert sie an der Arithmetik um zwei Größenordnungen; als Aussage über eine persönliche Zone ist sie vertretbar.

Wie viel Watt bräuchte dieser Raum wirklich?

Eine offene Fläche von 1.300 sq ft verlangt typischerweise rund 24.000 BTU/h und mehr an Kältetechnik — mehrere Kilowatt elektrische Aufnahme — noch vor Korrekturen für Sonne, Belegung und Dämmung. Rechnen Sie Ihren eigenen Raum im BTU-Rechner durch.